So nutzen Sie den Ventilator effektiv

So nutzen Sie den Ventilator effektiv

Zwar bleibt es in Deutschland nicht lange heiß, die weitgehende Abwesenheit von Klimaanlagen macht jedoch die ein, zwei Wochen Hitze im Jahr nahezu unerträglich. Da hilft neben einer Abkühlung im See lediglich ein Ventilator – allerdings nur, wenn er korrekt eingesetzt wird.

So funktionieren Axialventilatoren

Hitze ist manchmal unerträglich. An besonders heißen Tagen, an denen sich die Luft staut, würde man am liebsten die eigene Haut ausziehen. Erfrischungsgetränke und kalte Waschlappen helfen nur kurzfristig. Eines der effektivsten Hilfsmittel gegen Hitze sind Ventilatoren. Um der Temperatur entgegenzuwirken, müssen sie jedoch richtig genutzt werden. Schlimmstenfalls befördern sie nämlich lediglich warme Luft und kühlen nicht ab. Das ist der Funktionsweise von Axialventilatoren geschuldet. Dazu gehören beispielsweise Stand-, Tisch-, USB- oder Handventilatoren. Rotorblätter saugen die Luft auf der Rückseite an und blasen diese nach vorn wieder heraus. Wenn sich hinter den Ventilatoren warme Luft befindet, wird diese somit auch von den Rotorblättern befördert.

Tipps zur optimalen Platzierung

Die Platzierung des Ventilators ist für seine Wirksamkeit das A und O. Das Ziel ist, dass er kühle Luft befördert, die sich daraufhin mit der wärmeren Luft durchmischt, um einen Luftzug und ein allgemein angenehmeres Klima zu erzeugen. Um das zu erreichen, ist einiges zu beachten.

Der erste Faktor ist die Höhe des Ventilators. Grundsätzlich sammelt sich kühle Luft unten, während warme Luft nach oben steigt. Ziel des Ventilators sollte es also sein, die kühle Luft von unten nach oben zu befördern. Dafür muss er möglichst nah am Boden platziert und schräg nach oben gerichtet werden. Einen Tischventilator auf ein Regal zu stellen oder einen Standventilator auf Augenhöhe zu positionieren, ist somit kontraproduktiv.

Auch die Platzierung im Raum beeinflusst den Kühleffekt maßgeblich. Ist die Luft draußen kühler als drinnen, sollten Sie den Ventilator am Fenster nach innen gerichtet aufstellen. So wird die kühlere Luft von draußen nach drinnen transportiert. Oft ist die Luft an heißen Sommertagen draußen jedoch wärmer als drinnen – oder mindestens genauso warm. In diesem Fall hat die Aufstellung am Fenster kontraproduktiv. Stattdessen sollten Sie den Raum abdunkeln und die kühle Luft nach Möglichkeit aus der kälteren Schattenseite der Wohnung beziehungsweise des Hauses in Richtung des Raums befördern, in dem Sie sich aufhalten.

Keinesfalls sollte der Ventilator dauerhaft auf Ihren Körper, besonders den Kopf und Nacken, gerichtet sein. Das kann zu Verspannungen führen und Schleimhäute wie die Augen austrocknen, was negative gesundheitliche Folgen haben kann. Sofern Sie Tiere halten, die sich größtenteils im Käfig aufhalten, ist außerdem darauf zu achten, dass der Ventilator nicht auf den Käfig gerichtet ist.

Der Doppel-Ventilator-Trick

In Ihrem Schlafzimmer sollten Sie Ventilatoren nachts nicht aufstellen, unter anderem weil das Gerät Staub und andere Partikel durch die Luft schleudert und Sie diese daraufhin einatmen. Allerdings können Sie in anderen Räumen für einen kühlen Luftstrom sorgen, der die Temperatur in der Wohnung beziehungsweise im Haus senkt. Dafür benötigen Sie zwei Ventilatoren und ein offenes Fenster.

Öffnen Sie das Fenster – nach Möglichkeit kein Südfenster, damit die Sonne nicht direkt morgens hineinscheint und sich der Raum wieder erwärmt. Platzieren Sie einen Ventilator auf dem Boden vor das Fenster nach innen und schräg nach oben gerichtet. Ein Tischventilator ist hierfür ideal. Dieser befördert die kühle Nachtluft in die Innenräume. Platzieren Sie einen weiteren Ventilator ebenfalls vor das Fenster, aber höher. Besonders gut eignet sich ein Standventilator. Dieser sollte ins Freie gerichtet sein. Auf diese Weise entsteht ein Luftstrom, durch den die kalte Luft von draußen nach drinnen gepustet wird, während die warme Luft von drinnen nach draußen befördert wird.

Kühlungsmöglichkeiten: Effektiv oder gefährlich?

Zwar gibt es Wege, die Luft, die der Ventilator befördert, abzukühlen. Diese sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Ein beliebter Tipp ist es beispielsweise, ein nasses Handtuch über den Ventilator zu hängen. Das würde die Luft abkühlen, geht aber auch mit Gefahren einher: Die Elektronik kann beschädigt werden und die Luftfeuchtigkeit steigt, was eventuell zu Schimmelbildung führt. Selbst ein Stromschlag ist nicht auszuschließen. Dass Wasser in Berührung mit der Elektronik kommt, können Sie zwar vermeiden, indem Sie das Handtuch vor dem Gerät aufhängen, die Luftfeuchtigkeit steigt allerdings trotzdem.

Ein ähnlicher Effekt wird erzeugt, wenn Sie eine kalte Wasserschale oder Flasche vor das Gerät stellen. So wird die Luft abgekühlt. Auch hier besteht jedoch die Gefahr, dass die Luftfeuchtigkeit zu sehr steigt.

Der wohl beste und sicherste Weg, die Effektivität eines Ventilators zu steigern, ist es, den eigenen Körper leicht zu befeuchten. So fühlt sich der Luftzug, den der Ventilator generiert, kühl auf der Haut an und Sie brauchen keine Luftfeuchtigkeit oder Kontakt mit Elektronik zu befürchten.


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